Klosterkirche

Ehemalige Klosterkirche Adlersberg   Dominikanerinnenstr. 93186 Pettendorf   Patrozinium: Unserer Lieben Frau (15. August) Die katholische Kirche unserer Lb. Frau, im Volksmund "Maria in der Verlassenheit" ist Teil einer ehemaligen Klosteranlage. Als Stifter des Klosters tritt in einer Urkunde von 1264 der Bayerische Herzog Ludwig II. der Strenge auf. Der Baubeginn war vermutlich um 1264, wo bereits das feststehende Marienpatrozinium genannt wird. Für die Gründung des Dominikanerinnenkloster um die Mitte des 13. Jh. sprechen die erhaltenen Bauformen, die stilistisch in die Anfangszeit der Gotik zu setzen sind. Die Nonnen kamen z.T. aus dem Regensburger Konvent Hl. Kreuz sowie aus Weißenburg i.Bay. Die Wittelsbacher förderten ihre Stiftung. Auch der Sohn des Stifters, Herzog Rudolf I., urkundete 1313 zu Gunsten des Konvents, ebenso sein Bruder Ludwig der Bayer (1313-47), der erste Wittelsbacher auf dem Kaiserthron, als größter Förderer. 1407 konnte ein neuer Hochaltar errichtet werden. Der Konvent stand unter der Oberaufsicht des Regensburger Dominikanerklosters St. Blasius, das hier auch die Seelsorge ausübte. Eine Weihe wird erst vom Jahre 1341 berichtet. 1471 erfolgten Baumaßnahmen an der Kirche. Der Aufschwung des Klosters endete noch im 14. Jh. Die Klosteranlage fiel in das nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1505 neugeschaffenen Fürstentum Pfalz-Neuburg. Nach dem Übertritt des Landesherrn Pfalzgraf Ottheinrich zum Protestantismus wurde mit einer Verfügung vom 23. Juni 1542 das Kloster aufgehoben. Das ehemalige Kloster wurde in eine Pfalz-Neuburgische Hofmark umgewandelt. Mehrere Besitzer wechselten, bis es schließlich 1655 (and. Angab. 1628) im Besitz des Klosters Hl. Kreuz in Regensburg war. Das Füstentum war seit 1613 wieder katholisch. 1656 erwarb das Zisterzienserstift Kaisheim mit Pielenhofen Kloster und Klosterhofmark zu Pettendorf für den Betrag von 18000 Gulden. Kirchenrechtlich ging das Kloster mit der Säkularisation 1803 unter. Die Klosterhofmark wurde erneut in private Hände verkauft, bis sie dann 1838 an die Familie der jetzigen Besitzer Prößl überging. Die Kirche war jedoch beim Verkauf nicht eingeschlossen, sie blieb in Staatsbesitz. 1818 - 1838 wurde über den Abriss verhandelt. Entscheidender Widerstand war von der Bevölkerung zu spüren. 1900 wurden vom Bayerischen Landtag 7000 DM für die Restaurierung der Kirche bewilligt. Bei einer kirchenrechtlichen Auseinandersetzung zwischen dem Finanzministerium und der Kirchenpflegschaft Pettendorf wurde die staatliche Baupflicht grundsätzlich anerkannt. Mit der Unterzeichnung eines Vertrages 1878 zwischen dem Finanzministerium und der Kirchenpflegschaft Pettendorf verpflichtete sich auch die Pfarrgemeinde, alle möglichen Hand- und Spanndienste zu erbringen.